Pastor
   Siegi Ochs

   Krefeld

   Totensonntag     -  Ewigkeitssonntag

   Altes Testament - Neues Testament
  
(eine interessante theologische Gegenüberstellung)
 


Er rief mich an und bat um ein Gespräch. Er sagte: „Ich habe schon alle Pfarrer dieser Stadt angerufen und keiner hat Zeit oder will mit mir reden. Dann weinte er und fragte, ob ich ihn nicht mal besuchen könnte.“
So lernten wir uns an einem regnerischen und trüben Oktobertag kennen. So grau wie der Tag, so schwermütig war seine Stimmung. Er erzählte mir vom Tod seiner Frau und das er nicht darüber hinwegkommt, dass sie nicht mehr da ist und er jetzt alleine ist. Er habe sogar schon an Selbstmord gedacht.
Dann sagte er mir, dass er jeden Tag auf den Friedhof geht, stundenlang mit seiner Frau spricht und sogar zu Hause ihre Kleider trägt, nur um ihr nahe zu sein.
Er brauchte lange, um mit dem Tod seiner Frau fertig zu werden. Ich versuchte so gut es ging, ihm dabei zu helfen. So kam er zu uns in die Gemeinde, ging in einen Hauskreis. Öffnete sich anfangs auch für den Glauben an Jesus und zog sich später überraschend für alle von der Gemeinde wieder zurück.
Wir verloren uns aus den Augen, bis ich davon hörte, dass er tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde. Heute denke ich, er ist mit dem Tod seiner Frau nie wirklich fertig geworden.

Was für einen Trost hätte es für ihn geben können? Was hätte ihm wirklich geholfen?
Was kann einen wirklich Trauernden trösten, wenn man keine begründete Hoffnung auf ein ewiges Leben hat? Was kann im Angesicht von Schmerz und Trauer wirklich aufrichten und helfen, wenn man keinen Halt in Jesus hat?
 


Im AT gibt es einzelne Aussagen, die auf die Auferstehung hinweisen. Der Herr tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder heraus (1. Samuel 2, Vers 6 oder Psalm 16, Vers 10).
So glaubte man im Alten Testament schon daran, dass Gott sich auch um die Toten kümmern wird und er sie aus dem Tod wieder herausführen wird. Nur man konnte nicht sagen, wie, wann und wodurch das geschehen wird.

Am Ewigkeitssonntag könnte man über folgende Texte sprechen:

Johannes 11, Verse 25 bis 26: Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.
 

Nur wenn wir vom Totensonntag zum Ewigkeitssonntag kommen, verlassen wir den dunklen Teil z.B. von den Apokryphen Jesus Sirach 38, 16-24 und begeben uns in den strahlenden, unaussprechlich tröstlichen Teil. Ich will es einmal so sagen: Wir begeben uns dann vom alten ins neue Testament, von der Begrenzung in die Unendlichkeit, vom Diesseits in die Ewigkeit hinein.
 

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