“Ach, hier sind wir!”

    Interview mit Armin Müller-Stahl durch HÖRZU-Reporter
    Mike Powelz, veröffentlicht am 26.12.2010, mit freundlicher Genehmigung

 

HÖRZU: Der Roman „Die Buddenbrooks“ behandelt auch die Themen
Verfall und Tod. Als Konsul Buddenbrook erliegen Sie einem Herzinfarkt.
Ein schöner Tod?

  • Armin Mueller-Stahl: Ja, schnell und plötzlich. Das ist human. Mein Tod in diesem Film ist ja nicht mein erstes Dahinscheiden vor der Kamera. In meinen Filmen bin ich rund 40-mal gestorben. Mein Filmtod in den "Buddenbrooks" soll mein letztes Sterben vor der Kamera sein, bevor die endgültige Klappe fällt.
    Elbe felsen
  • HÖRZU: Im Film lautet Ihr letztes Wort: "Kurios!" Was hat das zu bedeuten? Das kann alles Mögliche bedeuten.
  • Armin Mueller-Stahl: Mein Großvater, ein Pastor, hatte schon viele Menschen auf dem letzten Weg begleitet, als sich eines Tages ein Mann, der schon fast die Grenze zum Tod überschritten hatte, noch einmal aufrichtete mit den Worten:
    "Ach, hier sind wir!"
     
  • HÖRZU: Was könnte er damit gemeint haben?
  • Armin Mueller-Stahl: Offensichtlich kam es ihm bekannt vor, wo er sich befand. Mit "Kurios!" meint Thomas Mann dasselbe. Was uns nach dem Tod erwartet? Das ist die einzige Frage, die ich gerne noch beantwortet bekäme.
     

Eine weitere Reportage von Mike Powelz finden Sie unter:
http://issuu.com/mikepowelz/docs/leuchtfeuer

Wie erleben Todkranke ihre letzten Tage im Hospiz?
Mike Powelz begleitete sie eine Woche lang.